Kölner Stadtanzeiger 26.08.21

Sehr geehrte Frau Langer, der Bebauungsplanung 67424/03 stimmen wir so nicht zu.
Die Planung hat leider einige sehr ernsthafte Kritikpunkte: Mit fünf, acht und auch 15 Stockwerken als Dreieck mit Innenraum werden sowohl das übliche Stadtbild verletzt, die maximal akzeptierte Geschossflächenzahl von 3 mit 5,8 stark überschritten und auch mit bis 55m Bauhöhe die Nachbarschaft beeinträchtigend stark verschattet. Der immer wieder herangezogene Wohnungsbedarf der Stadt rechtfertigt weder diese unüblichen Höhenziele noch die hohe Bebauungsdichte.
Die Lärmpegel der Bonnerstr. aber auch der Eisenbahn verletzen durch die vorgesehene Bauweise gesundheitlich tolerable Werte deutlich, auch im Innenbereich liegen Überschreitungen vor, es werden schallgedämmte Lüftungseinrichtungen (bei geschlossenen Fenstern und Türen) notwendig. Das ist keinesfalls geeignet um Standards für Wohnwünsche abzudecken.
Klimaschutzziele werden zum Teil nicht behandelt wie z.B. die Albedobilanz (Sonnenlichtreflexion), auch die Fernwärmeheizung mit Kraft/Wärmekopplung kann mit konventionellem Brennstoff und relativ hohem Temperaturniveau weder bereits aktuell erreichten Wirkungsgraden und schon gar nicht Klimazielen gerecht werden. Eine aktualisierte Planung könnte z.B. Wärmepumpen nützen.
Ein PKW-Stellplatz für 2 Wohnungen und insbesondere nur eine Ladestation auf 20 Wohnungen scheinen unzureichend für übliche Nutzung.
Statt dieser Planung würde ein Wohndreieck mit umlaufend ca. 4 oder 5 Stockwerken einen relativ ruhigen Innenraum generieren und auch genügen, um als Schallschutz in größerer Entfernung von der Bonnerstr. zu dienen. Zur Bonnerstr. selbst sollten dann vorzugsweise Geschäfte und nicht Wohnungen vorgesehen werden.
Hochachtungsvoll
Dr. Hartmut Hammer, 1. Vorsitzender