Wir freuen uns, Ihnen die neueste Ausgabe unseres halbjährlichen Rundbriefs für Mitglieder und Freunde des Bürgervereins Bayenthal-Marienburg zusenden zu können.

Dieses Mal haben wir 3 Themen:

  1. Planungsverfahren Parkstadt Süd – Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung
  2. Unsere Anforderungen an die Kommunalpolitik
  3. Vorstandswahlen 2025
  1. Planungsverfahren Parkstadt Süd – Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung

Wie Sie sicher der Presse entnommen haben, fand am 06. März 2025 im Irmgardis-Gymnasium die Informationsveranstaltung zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung für das Bauvorhaben Parkstadt-Süd statt. Eingeladen hatte der Bezirksbürgermeister Rodenkirchen, Herr Manfred Giesen, der die Veranstaltung auch geleitet hat. Die wesentlichen Elemente des Bauvorhabens wurden von den Planungsbüros und vom Stadtplanungsamt vorgestellt. An 6 Informationsinseln konnten die anwesenden Bürger und Bürgerinnen dann Ihren Input zu einzelnen Themenbereichen einspielen. Ferner gab es den Aufruf, Input auch im Nachgang noch schriftlich einzureichen.

Unsere Anregungen im Einzelnen können Sie auf unserer Webseite nachlesen:

  1. Unsere Anforderungen an die Kommunalpolitik 

Im September diesen Jahres findet die nächste Kommunalwahl statt. Aus diesem Anlass haben wir die Punkte zusammengestellt und im Vorstand verabschiedet, die wir in unseren Vierteln für wichtig halten. Allen Vertretern der in der BV 2 in Fraktionsstärke vertretenen Parteien (Grüne, CDU, SPD und FDP) haben wir diese Punkte als unseren Input für die Erstellung der Wahlprogramme zukommen lassen. Wir werden im Laufe des Jahres – rechtzeitig vor der Kommunalwahl – die Parteien auch bitten, zu diesen Punkten Stellung zu nehmen. Die Antworten werden wir Ihnen natürlich zur Verfügung stellen – als Basis für Ihre Wahlentscheidung.

Wenn wir es zeitlich hinbekommen, setzen wir im Sommert auch noch eine Podiumsdiskussion mit Parteivertretern auf.
Im Einzelnen haben wir die folgenden Themen an die Parteien kommuniziert:

  1. Schutz des Charakters unserer Viertel und ansprechende Gestaltung des öffentlichen Raums 

Die „Villen-Kolonie“ Marienburg wurde ab 1880 angelegt und gilt bis heute als eines der größten zusammenhängenden historischen Villenviertel Deutschlands. Einzigartige Bauwerke, Gartenanlagen und Freiflächen höchst anerkannter Architekten wie Josef Maria Olbrich, Bruno Paul, Dominikus Böhm oder Otto March entstanden hier, die als Ensemble weit über Köln hinaus Anerkennung fanden. Aber auch im angrenzenden Bayenthal entstand neben der industriell geprägten Nutzung im Osten ab Ende des 19. Jahrhunderts ins Grüne eingebettete Einfamilienhäuser, die das Quartier bis heute prägen.
Neben Kriegszerstörungen fielen viele der historischen Bauwerke in den 1970er und -80er Jahren jedoch großen Neubauprojekten zum Opfer, denen erst mit der Initiierung von Bebauungsplänen durch die Denkmalpflege um die Jahrtausendwende Einhalt geboten werden konnte. Aber nach nur wenigen Jahren wurden auch diese wiederholt durch vorhabenbezogene Bebauungspläne umgangen. So entstanden erneut Bebauungen, die sich in Ihrer Ausdehnung und Anmutung in keiner Weise in das historische Umfeld eingliedern.

Wir fordern daher dazu auf, keine weiteren Neubauprojekte zuzulassen, die das außergewöhnliche historische Erscheinungsbild unserer Viertel weiter zerstören, den prägenden Baumbestand gefährden oder wertvolle verbliebene Garten- und Grünflächen versiegeln. Helfen Sie mit, den verbliebenen historischen Schatz zu wahren.

  1. Kein Durchgangsverkehr in den Wohnvierteln

Die Stadtteile Bayenthal und Marienburg sind in weiten Teilen als Wohngebiete ausgewiesen. In Wohngebieten gilt es, vermeidbare PKW-Verkehre zu verringern. Fahrten von Anwohnern, Besuchern, Lieferanten, Handwerkern, Kunden und ähnliche Fahrten in die Viertel und aus den Vierteln heraus sollen selbstverständlich möglich bleiben. Was wir jedoch von der Politik fordern, ist, uns vor Durchgangsverkehren besser zu schützen.

In den letzten Jahren ist – nicht zuletzt durch die massiv erfolgten Bebauungen im Kölner Umland – die Menge der Verkehre, die aus dem Süden in die Innenstadt drängen, erheblich angewachsen. Das macht sich auf den Hauptachsen (Rheinuferstraße, Bonner Straße) bemerkbar. Aber eben auch in den Vierteln selbst, weil Schleich- und Ausweichverkehre entstehen. Wir fordern von der Politik, diese Belastung für die Einwohner von Bayenthal und Marienburg ernst zu nehmen und geeignete Gegenmaßnahmen zu beschließen. Die Umsetzung der Maßnahmen des über 15 Jahre entwickelten Verkehrsversuchs Bayenthal/ Marienburg war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Diese Maßnahmen sollten jetzt weiterentwickelt werden. Im Winzerviertel z.B. wird derzeit ein „Superblock“ diskutiert, der Durchgangsverkehre nachhaltig erschweren soll. 

  1. Ausbau der Fahrradinfrastruktur durch unsere Quartiere 

Eine gut ausgebaute Fahrradinfrastruktur ist eine Voraussetzung dafür, dass Kölner und Kölnerinnen auf das Fahrrad umsteigen. Eine vernünftige Fahrradinfrastruktur in Bayenthal und in Marienburg ist bis auf wenige Ausnahmen (z.B. die Fahrradstraße Schillerstraße sowie der Radweg am Rheinufer) derzeit nicht existent.
Wir fordern die Erstellung und Umsetzung eines Fahrradkonzeptes für Bayenthal und Marienburg. Dieses Konzept muss sachgerecht in nördliche und südliche Richtung an die benachbarten Stadtteile angebunden werden. Innerhalb Marienburgs muss endlich die Achse Goethestraße/ Schillerstraße zu einer durchgängigen Fahrradstraße (mit Zusatzschild „KfZ frei“) umgewandelt werden.
Ferner muss eine vernünftige Verkehrsführung für Radfahrer und Fußgänger am Bayenthalgürtel geschaffen werden. Der Bürgersteig ist zu schmal, um gleichzeitig auch von Radfahrern genutzt zu werden.

  1. Ausbau des ÖPNV sinnvoll gestalten 

Bayenthal, ein ruhiges Viertel im Kölner Süden zwischen Marienburg und der Südstadt.
Das war einmal. Bayenthal hat in den letzten Jahren an Beliebtheit zugenommen.
Für nunmehr mehr als 12.000 Bewohner ist es erforderlich entsprechende Mobilitäts-angebote bereit zu stellen.
Die Buslinie 106 durchquert Marienburg und Bayenthal mittig und wird ab der Tacitusstraße viel genutzt. Doch mit Fertigstellung der Nord-Süd Bahn auf der Bonner Straße plant die KVB, dass dieser Bus ersatzlos wegfällt. Argument ist, dass die Stadtbahnen der Linie 16 und 17 an der Haltestelle Rheinufer Bayenthalgürtel und dann natürlich die neue Linie der Bonner Straße erreichbar sind. Auch in Bayenthal ist der demographische Wandel Thema. Viele Menschen hier sind älter und teilweise auf Gehhilfen angewiesen, wie soll diese Bevölkerungsgruppe die wesentlich weiteren Haltestellen erreichen? Aber es sind auch viele junge Familien zugezogen, die mit Kinderwagen in Stadt fahren wollen. Wie wird die geplante Parkstadt Süd an den Kölner Süden angebunden? Sollte der Wegfall der Buslinie 106 verwirklicht werden, ist der Kern von Bayenthal und Marienburg ohne ein Mobilitätsangebot. Für diesen Fall kann es nur eine Alternative geben: Die Bereitstellung eines Shuttle Angebots seitens der KVB, der die Stoßzeiten abfängt.

Ferner fordert der Bürgerverein den Ausbau der Gürtelbahnlinie 13 nur bis zur Kreuzung mit der Bonner Straße vorzunehmen. Östlich der Bonner Straße ist die optimale Trassenführung keineswegs eindeutig und noch nicht einmal ansatzweise politisch ausdiskutiert. Die Weiterführung bis zur Bismarcksäule verschlechtert laut vorläufigen Berechnungen der Verwaltung die Kosten-Nutzen-Relation von 3,22 auf 2,6 (oder mit anderen Worten: Den zusätzlichen Baukosten steht im Bereich von Bayenthal und Marienburg kein entsprechendes Fahrgastaufkommen gegenüber). Eine Fortführung der Gürtelbahn bis zur Bismarcksäule oder gar eine Anbindung an die Rheinuferbahn würde eine Querung auf die andere Rheinseite konterkarieren. Und schließlich wird der Baumbestand am Naturdenkmal Bayenthalgürtel durch den Bau einer Stadtbahntrasse in diesem Bereich bedroht.

  1. Erhalt der Rodenkirchener Brücke 

Die Autobahn GmbH beabsichtigt den Ausbau der Autobahn A4 im Kölner Süden von 6 auf 8 Spuren. Hintergrund ist eine prognostizierte Zunahme von insbesondere LKW-Verkehren. In diesem Zusammenhang soll dann auch die denkmalgeschützte Rodenkirchener Brücke einem Neubau weichen, da deren gutachterlich festgestellte verbliebene Restnutzungsdauer von ca. 20 Jahren sowie die eingeschränkte Belastbarkeit dieses angeblich erfordern.
Als Anrainer des betroffenen Autobahnabschnittes begegnen wir dem Ausbau mit großer Sorge und Skepsis. Eingriffe in den Grüngürtel und Landschaftsschutzgebiete, in die Trinkwasserversorgung, Verkehrsbeeinträchtigungen mit Verlagerung auf das untergeordnete Verkehrswegenetz, jahrelange Belästigungen durch Baulärm und Bauverkehre, etc. sind zu erwarten.
Aus diesem Grund fordern wir Politik und Verwaltung auf, die veralteten Prognosen zur Verkehrszunahme aus 2018 auch unter Berücksichtigung der Wiedereröffnung der Leverkusener Brücke sowie der weiterhin in Planung befindlichen Rheinspange bei Wesseling neu zu bewerten. Ferner muss sichergestellt sein, dass die prinzipiell in einem guten Zustand befindliche Rodenkirchener Brücke den künftigen Anforderungen (möglicherweise auch durch Ertüchtigungen) wirklich nicht gewachsen ist. Dazu gibt es bekanntlich sehr unter-schiedliche Auffassungen zwischen Bezirksregierung und Autobahn GmbH.
Weiterhin fordern wir – unabhängig von der Rodenkirchener Brücke – das Augenmerk in diesem Streckenabschnitt verstärkt auf den Lärmschutz (derzeit streckenweise keine Schutzmaßnahmen nach Nord und Flüsterasphalt) und auf die Abbiegebeziehungen an den Kreuzungspunkten zur A555 zu legen, da diese bereits heute mangels kreuzungsfreier Querungen teils völlig überlastet sind. 

  1. Stopp des Nachtflugs am Flughafen Köln-Bonn 

Die Nachtflugerlaubnis am Flughafen Köln-Bonn ist ein großes Ärgernis für die Anwohner und Anwohnerinnen im Kölner Süden. Über Marienburg und Bayenthal sowie über weitere betroffene Stadtteile führt eine Abflugroute, die bei den häufigen Westwinden genutzt wird. Diese führt zu zahlreichen Überflügen unserer Stadtteile in der Kernnacht von 22-06h. (z.B. 2022: 1.825 Überflüge; 2021: 2.298 Überflüge; 2020: 1.817 Überflüge). Bei diesen Überflügen in der Startphase handelt es sich zum überwiegenden Teil um laute Frachtmaschinen. Aus unseren Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern aus Bayenthal und Marienburg wissen wir, dass dieses eines der größten Ärgernisse für die hier Wohnenden ist.
Wir fordern die Politik daher dazu auf, sich ernsthaft um den Schutz der Anwohner in Bayenthal und Marienburg sowie in den weiteren betroffenen Stadtteilen vor nächtlichem Fluglärm zu kümmern. Ein Verbot nächtlicher Passagierflüge, wie hier und da bereits gefordert, ist nicht ausreichend.  Das Problem sind die Frachtflüge. Dabei ist eigentlich überhaupt nicht einzusehen, warum diese in einer der am dichtesten besiedelten Regionen Europas mit überalterten, extrem lärmintensiven Flugzeugen starten und landen müssen. Bei den Frachtflügen am CGN – vor allem von FedEx und UPS durchgeführt – geht es nicht um die Versorgung unserer Region mit Logistikdienstleistungen. Sondern der CGN hat für FedEx und UPS eine Hub-Funktion.  Das bedeutet, dass es nur um das Umladen geht, von Sendungen aus oder nach ganz Europa. Eine solche Funktion könnte auch ein Flughafen in einer menschenleeren Gegend übernehmen. Als mit >31% größter Anteilseigner am CGN steht für die Stadt Köln die Gewinnausschüttung offenkundig vor den Interessen der Anwohner.

Die im Jahr 2030 anstehende Verlängerung der Nachtflugerlaubnis darf daher keinesfalls gewährt werden.

Kurzfristig fordern wir die Errichtung einer offiziellen Lärmmessstelle im Stadtteil Marienburg. Die vom CGN in Raderthal installierte Messstelle spiegelt die Lärmereignisse in Marienburg nicht sachgerecht wider, da die Flugzeuge in Raderthal schon eine größere Flughöhe erreicht haben.

Bau einer Quartiersgarage für Bayenthal 

In Bayenthal leben – bedingt durch mehrere große Wohnungsbauprojekte der letzten Jahre – mehr als 12.000 Bewohner. Auch dadurch hat der Individualverkehr stark zugenommen. Ein Parkplatz in Wohnungsnähe ist ein Glücksfall. Autobesitzer müssen ständig nach einem Parkplatz suchen. Der ruhende Verkehr verhindert die Hebung der Aufenthaltsqualität. Will man die Viertel vor dieser Belastung schützen, muss für den privaten Autoverkehr eine zentrale Parkmöglichkeit geschaffen werden.
Eine Quartiersgarage wäre eine Lösung. Nur wohin? Das Neubaugebiet der Parkstadt Süd könnte eine Möglichkeit vor allem für den nördlichen Teil Bayenthals bieten. Es gibt größere Garagen in den Vierteln in privaten Wohngebäuden. Einige Parkplätze des Einkaufszentrums Goltsteinforum und des Tacituscarree sind als Kundenparkplatz gegen Gebühren verfügbar. Zusätzlich ist das dauerhafte Anmieten von Parkplätzen von Externen möglich. Dieses kann auch eine dezentrale Problemlösung sein. Alle Neubauten müssten in ihren Parkgaragen Flächen zur Miete frei geben. Dann könnte der Parkplatz näher an die Wohnung kommen und angenommen werden.

Von der Politik fordern wir aber weiterhin die Ausweisung eines geeigneten Standortes für eine zentrale Quartiersgarage und die Unterstützung möglicher Investoren bei der Umsetzung. Der Bau der Quartiersgarage in Rodenkirchen unter dem Mathernusplatz zeigt, dass dieses möglich ist. 

  1. Vorstandswahlen 2025 

Im Herbst 2025 stehen – im Rahmen der nächsten Mitgliederversammlung – unsere turnusmäßigen Vorstandswahlen an. Wir freuen uns, wenn weitere unserer Mitglieder Bereitschaft zur Mitarbeit haben. Je stärker der Vorstand besetzt ist, desto mehr Themen können wir angehen und desto mehr Durchschlagskraft können wir entwickeln. Unsere Satzung begrenzt z.B. die Zahl der Beisitzer nicht; wir könnten also mehr als die derzeit 5 Beisitzer in den Vorstand wählen. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei einem unserer Vorstandsmitglieder.

Mitgliederrundbrief März 2025 fs